Kontextsteuerung


Hochkomplexe- und selbstorganisierte Systeme können nicht mehr direkt, linear gesteuert werden. Direkte Steuerungaktionen lösen bei hochkomplexen Systemen eine unübersichtliche Folge von untereinander abhängigen (interdependenten) Reaktionen aus, selbstorganisierte Systeme (beispielsweise lebende Systeme) interpretieren die Steueraktionen auf der Grundlage ihrer Struktur.
Diese Systemformen werden wegen ihres Verhaltens als "nicht trivial" bezeichnet, was bedeutet, daß diese Systeme auf gleiche Inputs jeweils unterschiedlich reagieren, die Reaktion ist nicht vorhersehbar.

Systeme sind aber immer in eine Umwelt, in einen Kontext eingebunden, mit der sie zumindest energetisch verbunden sind. Sie beziehen Energie und Rohstoffe aus der Umwelt und geben unterschiedliche Stoffe nach außen ab. Änderungen in der Umwelt führen deshalb auch zu Änderungen im System. Auch andere Systeme (Menschen, Organisationen...) sind für ein spezielles System Teil der Umwelt und die Handlungen dieser Systeme werden von diesem speziellen System im Gesamtkontext wahrgenommen.

In diesem Zusammenhang kann Steuerung nur beschrieben werden, als der Versuch eines Systems, ein anderes System zu beeinflussen. Steuerung ist dann als eine Reihe von Interaktionen zu verstehen, bei denen Handlung des steuernden Systems und Beobachtung der Reaktion des zu steuernden Systems sich abwechseln. Steuerung , beispielsweise in Lehr-Lernprozessen, verläuft dann nicht mehr in Form von direkten Instruktionen, sondern in Form von Handlungssequenzen entlang einer Steuerungsstrategie.